Foto: Obere Halle der Veledahöhle
Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer beim Namen Velmede an die germanische Seherin Veleda denkt und den Ortsnamen daraus ableitet, liegt falsch: Die Ähnlichkeit ist rein zufällig. Wäre Veleda tatsächlich Namensgeberin des Ortes gewesen, müsste der Ortsname, der seit dem 12. Jahrhundert belegt ist, heute wohl Veledingen oder Veldeshusen heißen.

Nach heutiger Forschung bedeutet Velmede eine „Siedlung auf feuchtem, schwankendem Boden“. Abgeleitet wird er von der indogermanischen Wurzel pel- / pol- („fließen, zittern“) – und hat somit keinerlei Bezug zum benachbarten Fluss Valme.

Auch die geologisch eher unscheinbare, landschaftlich aber auffällige Veledahöhle, eine kleine Felsenhöhle oberhalb von Velmede, verdankt verdankt ihren Namen ausschließlich der blühenden Fantasie der Romantiker des 19. Jahrhunderts.

In dieser Zeit wuchs in Deutschland das Interesse an germanischer Vergangenheit und Mythologie – und Veleda wurde zur Symbolfigur für Freiheit und urtümliche Weisheit.
Da der Ortsname Velmede klanglich an Veleda erinnert, lag es nahe, die Höhle mit ihr zu verbinden. So entstand eine Reihe von Volksmärchen und Sagen, in denen Veleda als Priesterin oder Prophetin in der Höhle erscheint, Weissagungen spricht oder sich dort verbirgt.

Bild links und unten
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Foto ganz oben: Clemense1980, CC BY-SA 4. via Wikimedia Commons

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