Foto: Tbachner, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Das heutige Wasserschloss Alme steht an einem Ort, dessen Bedeutung sich erst im historischen Zusammenhang erschließt. An seiner Stelle befand sich die Burg Niederalme, die zusammen mit der nahegelegenen Burg Oberalme – dem späteren Gut Haus Tinne – ein zusammenhängendes Herrschaftsgefüge bildete.

Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1325 zurück. In dieser Zeit ließ ein kölnischer Vasall auf einer Anhöhe die Burg Oberalme errichten. Das Gebiet gehörte politisch zum Herzogtum Westfalen und unterstand der weltlichen Herrschaft des Kölner Erzbischofs; kirchlich war es der Diözese Paderborn zugeordnet. Diese Konstellation bestimmte die rechtlichen und administrativen Verhältnisse der Region über lange Zeit.

Über mehr als ein Jahrhundert bestanden Ober- und Niederalme nebeneinander. 1428 kam es zu einem grundlegenden Eigentumswechsel: Die Herren von Thülen veräußerten ihren Besitz in Niederalme an Godert von Meschede, einen Gefolgsmann des Erzbischofs. Zwei Jahre später erhielt er zusätzlich das Gut Tinne, das zu diesem Zeitpunkt als aufgegebene Hofstätte galt. Damit wurden die zuvor getrennten Besitzungen erstmals unter einer Hand zusammengeführt.

1493 lässt sich eine formale Trennung von Ober- und Niederalme nachweisen, als die Vettern Gerd und Heinrich von Meschede die Güter aufteilten. 1506 begann Gerhard von Meschede auf den Fundamenten der älteren Anlage mit dem Neubau einer Burg in Niederalme. Erbstreitigkeiten führten jedoch 1589 erneut zur Auflösung der gemeinsamen Besitzverhältnisse.

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