Ein Wappen mit Augenzwinkern

Obwohl der Ortsname sprachgeschichtlich nichts mit einem Rad verbindet, zeigt das Wappen Radlinghausens genau dieses Symbol: In Blau ein goldenes, achtspeichiges Rad. Das 1954 offiziell genehmigte Wappen ist ein redendes Wappen – es stellt den Ortsnamen bildlich dar, auch wenn dessen tatsächliche Herkunft eine andere ist.
Bild Wappen: public domain by wikimedia commons
In der ältesten bekannten Erwähnung von 1306 erscheint der Ort als Ratynchusen. Der Name bedeutet vermutlich „bei den Häusern der Leute des Rado oder Radi“. Mit einem Wagen oder Rad hat der Ortsname also ursprünglich nichts zu tun.
Die Geschichte Radlinghausens spiegelt sich jedoch nicht nur in seiner erhaltenen Dorfanlage wider. Auch die Dorfchronik erzählt von Ereignissen, die das Zusammenleben der Bewohner über Generationen geprägt haben.

Eine der frühesten Karten, auf denen Radlinghausen verzeichnet ist, stammt aus dem Jahr 1586. Sie geht auf den berühmten Kartografen Gerhard Mercator (1512–1594) zurück und entstand im Auftrag der Grafen von Waldeck. Überliefert ist das Kartenblatt im Archiv Augusts des Starken von Sachsen. Radlinghausen erscheint darauf unter dem Namen „Ratlinchhusen“.
Siedlungsformen
Beim Angerdorf bildet meist eine längliche oder linsenförmige Freifläche den Mittelpunkt. Beim Rundling ist der Dorfkern dagegen annähernd rund oder oval; beim Doppelrundling sind es entsprechend zwei miteinander verbundene Kerne.

