Durch die hohen Fenster fällt weiches Licht, das wie ein goldener Schleier über den blanken Stuck und die warmen Farbtöne der ganz im Barock gestalteten Kirche liegt. Die harmonisch geschwungenen Gewölbe wirken wie ein heller Himmel aus Putz und Licht. Eine schwebende Doppelmadonna hängt über dem Kirchenschiff. Der neubarocke Hochaltar wirkt festlich, aber nicht schwer. Auch die kunstvolle Kanzel mit ihren gedrehten Säulen und Evangelistenfiguren fügt sich harmonisch ein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Figuren und der Altaraufsatz von Künstlern der Wiedenbrücker Schule stammen. Da kein konkreter Name genannt wird, handelt es sich vermutlich um ein Gemeinschaftswerk, nicht unbedingt um ein Einzelstück eines berühmten Bildhauers.

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Eine der ältesten Pfarreien des Sauerlandes

Die Geschichte der Pfarrei St. Peter und Paul reicht weit zurück. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde sie vermutlich als Tochterkirche der Urpfarrei Wormbach gegründet – ein deutlicher Hinweis auf das hohe Alter der christlichen Wurzeln des Ortes. 1072 gelangte sie unter die Obhut des Klosters Grafschaft, später unter die des Stifts Meschede.
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Im Spätmittelalter erlebte die Gemeinde neuen Aufschwung: 1494 gewährte Papst Alexander VI. einen Ablass für den Neubau einer gotischen Kirche. Aus dieser Zeit stammt auch die älteste Glocke, 1465 gegossen. Dass im 17. Jahrhundert erneut ein Kirchenbau errichtet wurde, belegt ein Eintrag im Sterbebuch von 1656: Der Adelige Engelbert von Schade wurde in der „neuen Pfarrkirche“ bestattet – ein wichtiges Indiz für einen Neubau um 1650 bis 1656.
Die heutige Kirche entstand zwischen 1773 und 1788. Baumeister Ignatius Gehly, im Sauerland für mehrere bedeutende Bauten verantwortlich – unter anderem für die Kirche in Oberhundem und das Wirtschaftsgebäude des Klosters Grafschaft –, errichtete zunächst den Westturm (1773–1775) und anschließend das Langhaus.
1782 stürzte die Chorhaube ein – eine Katastrophe für den jungen Bau. Doch schon ein Jahr später konnte Pfarrer Ernst die Kirche am 28. September 1783 einweihen. Die endgültige Fertigstellung erfolgte 1788, wenige Wochen vor dem Tod des Pfarrers, der persönlich die letzte Baurechnung beglich. 1893 entstand eine neue, größere Sakristei, während die alte dem heutigen Chorraum zugeschlagen wurde. Dort fand später der neubarocke Hochaltar seinen Platz.

