Bis Ende des 19. Jh. mussten sich die Menschen anders gegen diese schreckliche Erkrankung wehren; und hier kommt der Heilige Hubertus ins Spiel: Geboren um 655 in Toulouse, gestorben 727 in Tevuren (bei Brüssel), war Hubertus ein fränkischer Adeliger, der nach dem frühen Tod seiner Frau ein Büßerleben führte. Die Legende erzählt, dass er durch die Begegnung mit einem Hirsch, der ein Kreuz im Geweih trug, sein Leben veränderte und eine kirchliche Laufbahn einschlug. Später wurde er Bischof von Maastricht und Lüttich. Er ist der Schutzpatron der Jäger, der Hunde, der Schützenbruderschaften, Kürschner, Metzger, Metallarbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Mathematiker. Bei der Tollwut wurde seine Hilfe erbeten, z. B. auch durch das Aufsuchen seiner Wallfahrtstelle in Müschede. Diese Wallfahrten dürften natürlich eher im regionalen Umfeld gesucht werden, aber sie fanden garantiert statt.

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Dabei gab es mehrere Hilfsutensilien wie z. B. die Weihe eines sogenannten Hubertusbrotes oder Hubertuswassers oder die Nutzung eines „Hubertusschlüssels“, ein glühender Schlüssel, der die Stirn berührte oder zum Ausbrennen der Wunde bei Mensch und Tier diente.

Diese Anwendung wurde 1828 kirchlich verboten. Als die Tollwut zu Beginn des 20.Jh. durch die von Pasteur entwickelte Impfung mehr und mehr ihren Schrecken verlor, verlor der Schutz durch den Heiligen Hubertus relativ schnell seine Bedeutung.

Heute können wir das verstehen, nachdem wir die Corona-Pandemie überstanden haben. Die Parallelen sind klar zu erkennen und jeder Leser mag selbst entscheiden, ob er vor mehr als 200 Jahren selbst einen Tollwutschutz in Müschede gesucht oder praktiziert hätte.

Quelle: Homepage der Schützen-Müschede

Bild oben: Optimist4343, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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