Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Mönekind – schon der Name verrät seine Herkunft. Allerdings hat er mit dem Wort „Kind“ nichts zu tun. Der Name leitet sich vom altsächsischen munik oder dem mittellateinischen monicus beziehungsweise monachus ab – Worte, die schlicht „Mönch“ bedeuten. In seiner allerersten Erwähnung taucht der Ort als Monekehagen auf, was so viel heißt wie der „Hagen der Mönche“ – ein eingefriedetes Stück Land, das den Ordensleuten gehörte.

Man könnte vermuten, dass damit die Benediktiner des nahegelegenen Klosters Grafschaft gemeint waren, das im Hochmittelalter die geistliche und wirtschaftliche Landschaft dieser Gegend prägte. Doch ein Blick in die Urkunden des Landesarchivs NRW zeigt eine andere Geschichte.

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1255. In dieser Urkunde geht es um einen Tausch zwischen Klöstern: Agnes, die Äbtissin der Stifte Meschede und Oedingen, berichtet, dass die Kirche in Oelinghausen ein Gut namens Mönekind, südlich von Remblinghausen gelegen, im Tausch an die Kirche in Oedingen übergeben hat. Im Gegenzug erhielt Oelinghausen eine Hufe Land in Wettmarsen, ebenfalls als volles Eigentum – praktisch, denn Wettmarsen lag deutlich näher und war einfacher zu erreichen. So gehörte Mönekind also eher den Ordensfrauen als den Mönchen, wie sein Name vermuten lässt.

Fast 300 Jahre später, im Jahr 1543, tauchen die ersten Bewohner in den Aufzeichnungen wieder auf. Das Schatzungsregister nennt vier schatzungspflichtige Personen – die Steuerzahler von damals: Gercke Dreeß, Herman Bartfort (oder Banfast, später Bamfaste), Henßken Molner und Jacob Koenick. Vermutlich entsprach diese Zahl der Anzahl der Häuser im Ort. Viele dieser Namen sind noch heute in Mönekind überliefert: Bamfaste, Gercke, Keunecke (Koenick). Später kamen weitere Familien hinzu, wie Müller, Schulte, Steilmann und Wollmeiner.

Im Jahr 1817 lebten 41 Menschen in Mönekind. Seitdem ging die Zahl der Bewohner langsam zurück. Am 31. Dezember 2023 zählte der Ort nur noch 23 Einwohner.

Inmitten der wenigen Häuser bewahrt Mönekind seinen eigenen kleinen Schatz: die Kapelle der heiligen Margaretha. Sie steht mitten im Dorf, wurde 1673 im Stil der Renaissance erbaut und ist der Schutzpatronin des Ortes geweiht.

Ebenfalls bemerkenswert ist eine prächtige alte Rotbuche, die direkt am Waldrand steht, wo sich Wald und Weide begegnen. Mit einem geschätzten Alter von etwa 160 Jahren ist sie älter als viele der umliegenden Wälder, die erst im 19. Jahrhundert auf ehemaligen Heideflächen angelegt wurden. Nur etwa 190 Meter weiter befindet sich ein Buchenwald, als Naturdenkmal ausgewiesen, mit imposanten Felsrippen und Felsblöcken, die der Landschaft noch heute ein wild-romantisches Gepräge verleihen.

Quelle: https://www.archive.nrw.de/

Alte Ortsnamen von Mönekind:
1255 Monekehagen, Monekinchagen
1273 Monekehagen
1536 Moenkynnck
1543 Moenkinck
1543 Moenkingk
1565 Moenekinck
1841 Mönekind

Quelle: https://www.archive.nrw.de/ A 118u / Kloster Oelinghausen / Urkunden, Nr. 112

Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Und hier liegt Mönekind: