Leben in KottenOlpe

Kotten‑Olpe war von Beginn an landwirtschaftlich geprägt. Die Bewohner – damals „Ackerer“ oder „Ackersmänner“ genannt – lebten von Feldbau und Viehzucht. Ihre Gespanne nutzten sie als Fuhrleute für Bau‑ und Brennholz, stellten Holzkohle für Eisenhütten her und siedeten Pottasche.

Viele betrieben mehrere Berufe gleichzeitig: Waldwärter, Leineweber, Schuhmacher, Stellmacher, Schmied, Zimmerer, Schreiner, Nachtwächter, Tagelöhner. Zur Selbstversorgung gehörten ein kleiner Garten und meist eine Ziege, ein Schwein oder eine Kuh. Das Leben war hart und mühsam; Männer, Frauen und Kinder mussten enorme körperliche Belastungen ertragen, um ihre Existenz zu sichern.

Wulfs Kotten – Herberge der Gestrandeten

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1811 teilte die hessische Verwaltung das alte Rittergut auf, um Neubürger anzusiedeln. Handwerker, Waldarbeiter und Tagelöhner konnten sich einkaufen und eigene kleine Kotten errichten. Viele scheiterten und zogen weiter – Kotten‑Olpe war von ständiger Fluktuation geprägt.

In diesem Zusammenhang gewann eine Gaststätte und Herberge überregionale Bedeutung: Wulfs Kotten. Hier fanden auch Vagabunden, Bettler und andere mittellose Menschen Unterkunft. Die Besitzer wechselten häufig, doch der Name blieb – jeder neue Wirt übernahm ihn, wie es im Sauerland üblich war.

Quellen:
Elmar Kersting: Dorfgeschichte Olpe. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Meschede‑Olpe 2015
Stadtarchiv Meschede
Kleinolpe.de – Ortsgeschichte

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