Das Chronogramm – eine besondere Form der Hausinschrift
Chronogramme sind lateinische Inschriften, in denen bestimmte Buchstaben zugleich als römische Zahlzeichen gelesen werden können (I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100). Addiert man diese Buchstaben, ergibt sich die Jahreszahl der Erbauung des Gebäudes.
Chronogramme treten ab dem 13. bis 14. Jahrhundert auf und erleben ihre Hochphase in der Barockzeit (ca. 1650–1750). Ab dem 19. Jahrhundert verlieren sie als „verspielte Idee“ an Bedeutung.
Ein besonders schönes Beispiel im Sauerland befindet sich in Bad Fredeburg, Im Ohle: Am Haus Padberg hat der damalige Ortsheimatpfleger Hubert Gierse sogar fünf Chronogramme an einem einzigen Haus festgestellt. Das ist ausdrücklich als Besonderheit dokumentiert. Gierse hat darüber das Buch „Fredeburger Hausinschriften und Chronogramme“ veröffentlicht.

Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons
(Wenn Sie auf das Foto klicken, können Sie in der Vergrößerung die Hausinschriften lesen)
Solche kunstvollen Chronogramme konnten sich im Sauerland nur wenige Vornehme leisten – etwa Adelige, Richter, Pröpste, Pastoren oder Forstmeister. Die Mehrheit der einfachen Bauern bevorzugte direktere Varianten: Ein Schutzengel und die Jahreszahl waren auch ohne Lese‑ und Lateinkenntnisse leicht zu verstehen.

Quellen:
http://www.wadenhart.de/inhalt/fundgrube/inschrift.html
http://www.stefan-enste.de/Hausinschriften.htm
http://www.hausinschriften.com/
https://www.begeistert.info/chronogramm/chronogramm.php

