Der heutige Bau des Haus Kupferhammer geht auf Johann Theodor Möller (1705–1763) zurück. Allein für seine 13 Kinder benötigte der Unternehmer viel Platz. Die Kupferverarbeitung erlebte später einen Niedergang, und auch die Revolution von 1848 ging nicht spurlos an den Möllers im Haus Kupferhammer vorbei. Es wird berichtet, dass Arbeiter den Möllerschen Weinkeller leer tranken und den letzten Hausherren aus der Möllerschen Linie, Franz Anton Christian Ludewig Möller (1785–1849), bedrohten.
Der Industrielle Wilhelm Bergenthal nutzte die Gunst der Stunde und erwarb 1849 das Haus Kupferhammer. Zuvor hatte er 1833 Therese Gabriel geheiratet, die Tochter eines finanzkräftigen Industriellen aus Eslohe. Bergenthal war ein zielstrebiger, ehrgeiziger und erfolgreicher Unternehmer, der es 1886 bis zum Geheimen Kommerzienrat unter der preußischen Regierung brachte. Er wurde als „Pionier der Eisenindustrie im Sauerland“ bezeichnet, war maßgeblich an der Errichtung der Warstein-Lippstädter Eisenbahn beteiligt und führte einen standesgemäßen Lebensstil, den wir heute noch in dem zum Museum umfunktionierten Haus Kupferhammer hautnah und eindrücklich nachvollziehen können.

Der Gang durch die Räume versetzt die Besucher in das 19. Jahrhundert – mit allem, was dazugehört: eindrucksvolle Architektur, Wappen, Familienporträts, frühe Fotografien, Comptoir (Arbeitszimmer) mit Interieur, Volieren, ein Wintergarten mit wunderschönen Skulpturen, ein voll ausgestattetes Biedermeierzimmer, ein Florentinerzimmer und ein repräsentativer Festsaal.
Bergenthals Motto ist noch heute in der Hausinschrift am Portal des Haus Kupferhammer zu lesen:
„Nichts ohne Müh“ – ein Verweis auf sein unternehmerisches wie gemeinnütziges Engagement und Verantwortungsgefühl.
Fotos: Enstebernhard, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

