Schon die alten Ägypter und Römer kannten Wasserleitungen und Brunnenanlagen. Doch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren solche Systeme meist der Oberschicht vorbehalten. Auf dem Land – und damit auch im Sauerland – holte man das Wasser weiterhin aus privaten oder öffentlichen Brunnen und trug es in Eimern zum Haus.

Mit der Industrialisierung und wachsendem Hygienebewusstsein begann sich das zu ändern. Auch im Sauerland setzte im 19. Jahrhundert ein langsamer, aber entschlossener Ausbau der Wasserversorgung ein. Arnsberg: Bereits 1839 gab es dort einen öffentlichen Brunnen. Die erste zentrale Wasserleitung im modernen Sinne wurde 1885 in Betrieb genommen.
Foto links:
Maximilianbrunnen in Alt-Arnsberg
Quelle: Radler59, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Meschede: Bei der Verlegung neuer Leitungen rund um die Stiftskirche zeigte sich, wie problematisch die alte Brunnenversorgung gewesen war: Das Gelände war früher ein Friedhof. Gebeine, alte Särge und der wasserundurchlässiger Ruhrkies hatten das Brunnenwasser stark beeinträchtigt.
Als 1895 endlich die neue Wasserleitung funktionierte, berichtete die Stadt stolz, das Werk lief „ganz brillant“ und liefere „Quellwasser von tadelloser Güte“. Die Rinnspüler führten überschüssiges Wasser ab und spülten gleichzeitig die Straßenrinnen – ein enormer Fortschritt für die Hygiene.

Eversberg: Hier entstand bereits 1893 eine Wasserleitung vom Stimmstamm mit einem Hochbehälter.
Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Mosebolle: Sogar in kleinen Ortschaften tat sich etwas: In Mosebolle gab es schon 1894 zwei Privatleitungen, die Wasser aus dem Tal zu höher gelegenen Häusern führten.

