Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wasser ist für uns heute selbstverständlich. Wir drehen den Hahn auf, kochen, waschen, trinken – ohne nachzudenken und ohne Angst. Doch diese Sicherheit ist eine junge Errungenschaft. Noch vor rund 150 Jahren war sauberes Trinkwasser im Sauerland keineswegs garantiert, und die Folgen waren oft tödlich.

Ein Mensch kann Wochen ohne Nahrung überstehen, aber nur wenige Tage ohne Wasser. Entscheidend ist dabei die Qualität: Nur klares, sauberes Süßwasser ist wirklich sicher. Verschmutztes Wasser hingegen war über Jahrhunderte eine der größten Gefahren für die Gesundheit. Das gilt weltweit bis heute: Rund 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Für uns kaum vorstellbar – für die Menschen im Sauerland des 19. Jahrhunderts jedoch bittere Realität: Die ständige Bedrohung durch Infektionskrankheiten durch verschmutztes Wasser.

Bevor zentrale Wasserleitungen und Kanalisationen eingeführt wurden, starben in Deutschland jedes Jahr unzählige Menschen an Krankheiten wie Cholera, Typhus oder Ruhr. Die Cholera-Epidemien des 19. Jahrhunderts forderten allein in Deutschland Schätzungen zufolge rund eine halbe Million Todesopfer. Erst als ab den 1870er‑Jahren Wasserfilter, Leitungsnetze und Abwasserkanäle gebaut wurden, gingen die Sterblichkeitsraten deutlich zurück – besonders bei Säuglingen.

Foto oben: Denkmalgeschützter Wasserhochbehälter Meschede Schultenkampstraße /
Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2 3