Zerstörung durch Hochwasser und Wiederaufbau
Als die Kapelle im Jahr 1464 bei einem Hochwasser von der Ruhr fortgeschwemmt wurde, blieb der massive Westteil offenbar erhalten. Auf diesem Rest wurde die Kapelle anschließend in Fachwerkbauweise wieder aufgebaut. Dieser älteste Teil reicht bis etwa zur Mitte des heutigen Gebäudes und ist an der Dach- und Deckenstruktur gut erkennbar.

Wallfahrtsstätte über Jahrhunderte
Über viele Jahrhunderte hinweg war die Rodentelgenkapelle eine bedeutende Wallfahrts-, Bitt- und Betstätte im Sauerland. Besonders zur Erflehung günstiger Erntewitterung wurde sie aufgesucht. Diese Tradition lebt bis heute fort: Noch immer zieht die Gemeinde am Patronatsfest (Sonntag nach dem 22. Juli) in feierlicher Prozession zur alten Kapelle.

Die Rodentelgenkapelle steht heute inmitten eines Wohngebietes.
Foto: Christel Zidi

Erweiterungen im 17. Jahrhundert
Wegen des wachsenden Pilgerandrangs wurde die Kapelle 1659 um zwei östliche Joche erweitert. 1666 kam eine halbrunde, dreifenstrige Sakristei in Apsisform hinzu. Archäologische Funde bestätigen diese Bauphasen.

Bei Sanierungsarbeiten fanden sich im Chorbereich ältere Fußböden, darunter ein Spicksteinpflaster aus Ruhrkieseln in Fischgrätenoptik. Unter diesem Boden lag eine Münze: ein sogenanntes „Petermännche“ (Albus) des Trierer Erzbischofs, geprägt 1683 in Koblenz. Sie belegt, dass der Boden spätestens zu diesem Zeitpunkt verlegt wurde.

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