Foto: Blick auf Bruchhausen an der Ruhr
Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Vor mehr als tausend Jahren war der größte Teil des heutigen Bruchhausener Gebietes von Wald, Heide und sumpfigem Gelände geprägt. Besonders das Ruhrtal bestand aus Feucht- und Auenlandschaften. Noch heute lassen sich zwischen dem alten Bruchhausen und der Rodentelgenkapelle Spuren eines ehemaligen Flussbettes erkennen.

Die Ruhr floss also früher deutlich näher an der Rodentelgenkapelle vorbei als heute. Dies erklärt auch, dass die Kapelle im 15. Jahrhundert von der Ruhr hinweggeschwemmt wurde, wie auf einer Tafel in der Bruchhauser Kirche St. Magdalena zu lesen ist.

Bruchhausen wird urkundlich erstmals zwischen 1169 und 1179 erwähnt. Neben dem Ort existierte damals auch Lüttkebruchhausen, das im Bereich des Vogelbruchs unter dem Breloh lag. Dieses wurde während der Soester Fehde im Jahr 1446 vollständig zerstört und verschwand dauerhaft aus der Landschaft.

Im Jahr 1446 verwüsteten Soester Truppen im Kampf gegen die Arnsberger Herrschaft das gesamte Ruhrtal. Weiler und Höfe wurden zerstört, Vieh verschleppt, geplündert und gemordet. In diesem Zusammenhang steht vermutlich auch die Entstehung der Rodentelgenkapelle.

Von der Rodentelgenkapelle bis zur Ruhr sind es heute etwa 250 bis 300 Meter (Luftlinie).
Foto: Christel Zidi

Name und frühe Geschichte der Kapelle

Einer Überlieferung zufolge ließ der damalige Pfarrer von Hüsten, Johann von Grevenstein aus Soest, die Kapelle als Sühne für die Verbrechen seiner Vaterstadt errichten. Dafür spricht, dass die ältesten Einkünfte der Kapelle dem Hüstener Pfarrer unter der Bedingung zugesprochen waren, ein Jahrgedächtnis für Johann von Grevenstein und dessen Eltern zu halten.

Der Name „Rodentelgen“ wird unterschiedlich gedeutet. Einerseits soll er von einem gerodeten Eichenhain stammen, andererseits von „roten Telgen“, also Weiden- oder Lindenbüschen, die um die Kapelle wuchsen. In historischen Quellen findet sich auch die Bezeichnung „to den roden Telgen“. Die Kapelle ist spätestens im 15. Jahrhundert belegt; eine Urkunde nennt sie erstmals 1424.

Seiten: 1 2 3