Eines der alten Burgmannshäuser: der Fresekenhof
Text und Foto: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Im Januar des Jahres 1263 begann Graf Gottfried III. von Arnsberg damit, das Dorf Neheim zu befestigen und ihm stadtähnlichen Charakter zu verleihen. Möglich wurde dies durch ein Bündnis mit dem Erzbischof von Köln, der zugleich Herzog von Westfalen war. Erzbischof Engelbert II. erlaubte dem Grafen, Neheim aufgrund seiner strategisch günstigen Lage am Zusammenfluss von Ruhr und Möhne zu einer kleinen, aber wichtigen Festung auszubauen.

Schon im darauffolgenden Monat rückten die Bauleute an. An der südöstlichen Ecke entstand ein massives Burggebäude, dazu mehrere Burgmannenhäuser: das Burghaus Gransau, der Drostenhof, das heute verschwundene Burghaus Schüngel sowie das Burghaus Freseken. Ihre Besitzer wurden Burgmannen genannt. Sie waren vom Erzbischof mit Haus und Grund belehnt und hatten im Gegenzug die Aufgabe, diese Befestigungen zu verteidigen.

Jahr um Jahr wurde weitergebaut, bis der gesamte Ort schließlich von einer starken Mauer mit Wehrgängen umschlossen war. Anfang der 1270er Jahre war die Anlage vollendet – und sie erwies sich als mächtiger, als ursprünglich erlaubt. In einer Kölner Chronik ist sogar von einem starken Bollwerk die Rede, das dem Grafen von Arnsberg als Ausgangspunkt für Angriffe hätte dienen können.

Der Drostenhof
Foto: Machahn, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die Burg selbst war etwa 160 Fuß lang und 150 Fuß breit. Auf dem Burgturm hielten sich ständig mindestens zwei treue Männer zur Bewachung auf. Der Turm diente nicht nur der Verteidigung und Beobachtung, sondern erfüllte auch Wohn- oder Lagerfunktionen.

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