Im Herbst kam es zu Streit. Schlechte Balken waren geliefert worden, das Maß stimmte nicht. Flüche hallten über den Platz. „So etwas darf nicht geschehen!“, rief der Baumeister. „Ein Fehler hier, und das Gewölbe trägt nicht!“ Der Pastor trat dazwischen. „Geduld, meine Freunde. Wir bauen kein Haus für uns, sondern für Gott. Lasst euer Werk ein Werk des Friedens sein.“

1755 erhob sich der Westturm. Hoch über den Dächern des Dorfes ragte er in den Himmel. „Seht, Pastor“, rief Sieger vom Gerüst, „die Glocken werden bald das Dorf rufen!“ Stratmann hob den Blick. „Ja“, sagte er leise, „sie werden rufen – und die Menschen werden kommen.“

Die Skulptur in frt Mitte zeigt die Verkündigungsmaria, eine Darstellung der Jungfrau Maria
in dem Moment, als ihr der Erzengel Gabriel die Geburt Jesu ankündigt.
Das Werk war gewaltig und verlangte Geduld – denn erst nach zehn Jahren, im Jahr 1764, konnte die Kirche feierlich eingeweiht werden. Pastor Stratmann erlebte die Einweihung nicht mehr, denn er starb 1757.

