Das Hungertuch aus Grevenstein
Mit 584 × 584 cm ist das Hungertuch aus Grevenstein das größte erhaltene Hungertuch Westfalens. Es ist streng quadratisch aufgebaut: 16 kleine Quadrate bilden jeweils ein größeres Feld; insgesamt entstehen vier große Felder, die durch Ornamentbänder voneinander getrennt sind.
Breite Inschriftenstreifen rahmen die großen Felder. Die Motive wiederholen sich im Rapport, also regelmäßig. In allen vier Vierteln verläuft eine Diagonale aus Bildfeldern mit dem Christusmonogramm „IHS“.
Die kleinen Quadrate zeigen Wappenkartuschen mit Symbolen der Passion Christi sowie Tier- und Pflanzenmotive nach Musterbuchvorlagen. Die lateinischen Texte stammen aus liturgischen Schriften, unter anderem aus dem Paderborner Brevier von 1513.

Südliches Westfalen, um 1600
Leinen, bestickt. H 584 cm, B 584 cm
Diözesanmuseum Paderborn, Inv. Nr. T 25 (Leihgabe aus St. Antonius Abt, Grevenstein)
Foto: Ansgar Hoffmann
Quelle: Erzbischöfliches Generalvikariat, Erzbischöfliches Diözesanmuseum
und Domschatzkammer

