Das Hungertuch aus Hellefeld
Das nahezu quadratische Hungertuch aus St. Martinus in Hellefeld misst 337 × 332 cm. Es ist in 16 quadratische Bildfelder gegliedert, die zu einem großen Quadrat angeordnet sind. Ein breiter Saum mit doppeltem Schriftband umgibt das Tuch; eine in Filettechnik gearbeitete Spitze rahmt es zusätzlich ein.

Südliches Westfalen, um 1600
Leinen, bestickt. H 337 cm, B 322 cm
Diözesanmuseum Paderborn, Inv. Nr. T 20 (Leihgabe aus St. Martinus, Hellefeld)
Foto: Ansgar Hoffmann
Die Bildfelder zeigen abwechselnd Tier- und Pflanzenmotive. Dargestellt sind unter anderem ein geflügelter Drache, ein Einhorn, ein liegender Löwe, ein „buddhaähnlich“ thronendes Götzenbild, das Lamm Gottes mit Siegesfahne, ein doppelköpfiger Adler, ein liegender Hirsch mit einem Kreuz zwischen den Geweihstangen sowie ein schreitender geflügelter Greif mit nagendem Eichhörnchen und Käuzchen. Der Aufbau der Pflanzenmotive – ein Feld mit blumengeschmückter Amphore – ist verloren gegangen.
Den Rand schmückt ein Ornamentstreifen aus sich wiederholenden Pflanzenmotiven. In den vier Ecken befindet sich jeweils ein Christusmonogramm. Der doppelte Schriftfries zitiert die Fastenhymne „Ex more docti mystico“ aus dem römischen Gebetbuch und ruft dazu auf, disziplinierter zu leben. In den Bildfeldern finden sich Psalmverse.

