Mollseifen ist das kleinste dieser Walddörfer. Es liegt auf etwa 650 Metern Höhe. Das älteste Bauwerk ist die alte Mollseifer Brücke, die 1830 in Bogenbauweise errichtet wurde und eine Fuhrverbindung zu den Nachbardörfern schuf. Nahe dem Ortskern findet man die sogenannten »Opfersteine«. Dorthin flüchteten die Bürger aus den Nachbarorten im Jahre 1811, um Napoleons Truppen zu entgehen – und um an diesem Ort die heilige Messe zu feiern.

Mollseifen ist auch der Geburtsort der Heimatdichterin Florentine Goswin-Benfer. 1904 heiratete sie den Dorfschullehrer Ernst Otto Goswin aus Girkhausen und zog mit ihm nach Iserlohn, wo ihr Ehemann eine Lehrerstelle antrat. Florentine war 1920 ordentliches Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband. Ihre Werke wurden in verschiedenen Publikationen veröffentlicht, darunter „Hemet bleiwet Hemet“ (1938) und „Kathrinche, kumm met mer!“ (1941), ein Liederbuch mit Volks- und Kinderreimen in Wittgensteiner Mundart, das sie gemeinsam mit Robert Zündorf herausgab.

Mollseifen
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Neuastenberg, am Fuße des Kahlen Asten gelegen, entwickelte sich zum größten und bekanntesten Höhendorf und ist heute als Wintersportort (Postwiese-Skigebiet) überregional bekannt. Eine erste katholische Kapelle ist für 1810 erwähnt, die allerdings wenige Monate später abbrannte. 1837/38 wurde die katholische Kirche St. Laurentius errichtet. In Neuastenberg befindet sich auch das Westdeutsche Wintersport-Museum.

Neuastenberg
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katholischen Erzbistums Köln und des protestantischen Wittgenstein. Lange Zeit hat sich dort das oberhessische Wittgensteiner Platt bewahrt.

Hoheleye ist das kleinste und am wenigsten besiedelte Dorf. Im 20. Jahrhundert war unter dem Namen „Burgers Hof“ eine der ersten Hofstätten bekannt. Eine weitere Hofstätte kam 1764 hinzu, die den Namen „Graberhof“ trug und aus der 1992 eine Gastwirtschaft wurde. Hoheleye besaß im 19. Jahrhundert auch eine Zoll- und Poststation – auch diese wurde 1850 zu einem Gasthaus.

Die Geschichte Langewieses reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und ist eng mit Winterberg und Bad Berleburg verbunden. Der Ort liegt an der historischen Grenze zwischen dem katholischen Erzbistum Köln und dem protestantischen Wittgenstein. Dadurch ist Langewiese bis heute evangelisch geprägt und sprachlich dem oberhessischen Wittgensteiner Platt zuzuordnen. Bis 1975 gehörte der Ort zum Kreis Wittgenstein und wurde dann im Zuge des Sauerland-Paderborn-Gesetzes nach Winterberg eingegliedert.

Der Name Langewiese geht auf eine lange, schmale Waldlichtung zurück. Die konfessionelle und sprachliche Grenzlage prägte den Ort stark; zeitweise bestanden sowohl eine evangelische als auch eine katholische Schule.

Der Überlieferung nach soll ein wandernder Schmied die Siedlung gegründet haben, historisch belegt ist jedoch die Ansiedlung durch die Wittgensteiner Grafen. Eine lokale Sage erzählt vom „Bierloch“, wo ein Fass napoleonischer Soldaten ins Tal gerollt sein soll.


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