Heimatforschung
Der Heimatforscher Paul Hülsmann kannte die Drüggelter Kapelle wie kaum ein anderer. Er interpretierte sie als ein Bauwerk voller christlicher Symbolik. Form, Säulen und Ornamente sollen den Weg des Menschen zur Erlösung darstellen. Für ihn war die Kapelle kein heidnisches Rätsel, sondern ein mittelalterlicher Glaubensraum, dessen Zahlen und Bauformen religiöse Bedeutung tragen. Hülsmann versuchte, die Kapelle aus dem christlichen Denken ihrer Zeit heraus zu erklären. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass es sich ursprünglich um eine germanische Kultstätte gehandelt haben könnte, die später christianisiert wurde – eine These, die jedoch von der Wissenschaft mangels archäologischer Funde abgelehnt wird.  Auch wenn nicht all seine Thesen wissenschaftlich gesichert sind, bilden sie bis heute eine wichtige Grundlage für viele Darstellungen der Kapelle.


Die Drüggelter Kapelle fasziniert nicht nur durch ihre Bauweise, sondern auch durch die Vielzahl an Deutungen und offenen Fragen. Bei einem Besuch lässt sich die besondere architektonische Wirkung nicht nur sehen, sondern auch hören: Ein Flüstern ist quer durch den Raum deutlich vernehmbar.

Quellen:
Paul Hülsmann: Die Kapelle in Drüggelte
www.fleischer-amteroth.de/resources/Drueggelte.pdf
www.reiner-padligur.de/info_drueggelter_Kapelle.htm



[1] Dendrochronologisch = Altersbestimmung von Holz durch Analyse der Jahresringe.

[2] Geomantiker untersuchen zum Beispiel z. B. die Lage und Ausrichtung von Gebäuden, mögliche Bezüge zu Himmelsrichtungen oder Himmelsereignissen (z. B. Sonnenaufgang) und die Wirkung von Orten auf Menschen. Dabei spielen oft auch Vorstellungen von sogenannten „Kraftorten“ oder besonderen Landschaftsstrukturen eine Rolle.

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