Wüst gefallene Orte
Schon im Spätmittelalter waren kleinere Siedlungen aufgrund von Pest, Missernten oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgegeben worden. Der Dreißigjährige Krieg verstärkte diesen Prozess. Viele Dörfer wurden nach 1648 wieder aufgebaut, einige jedoch nicht. Ein Beispiel ist Hilbringhusen bei Brilon-Petersborn, das während des Krieges verlassen wurde. Heute erinnern nur Flurnamen, Geländespuren und Mauerreste an die ehemalige Siedlung.
Wirtschaftliche Folgen
Der Krieg führte zu tiefgreifenden wirtschaftlichen Einbrüchen. Ernteausfälle, zerstörte Höfe und der Verlust von Arbeitskräften stürzten viele Bauern in langanhaltende Armut. Auch Handwerk und Handel kamen zeitweise nahezu zum Erliegen. Besonders stark betroffen waren der zuvor bedeutende Erzbergbau und die Eisenverhüttung. Plünderungen, Arbeitskräftemangel und zerstörte Infrastruktur führten zu einem deutlichen Rückgang der Produktion. Erst im 18. Jahrhundert setzte eine langsame wirtschaftliche Erholung ein. Zunächst gewann die Landwirtschaft wieder an Bedeutung, bevor sich Handwerk, Bergbau und Handel allmählich stabilisierten.
Kriegsereignisse im heutigen Hochsauerlandkreis
Im Sauerland fanden nur wenige größere Kampfhandlungen statt. Statt großer Feldschlachten prägten Belagerungen, Plünderungen und kleinere Gefechte den Kriegsalltag. Für die Bevölkerung waren die ständigen Truppendurchzüge, Einquartierungen, Hunger und Seuchen oft belastender als die eigentlichen Kämpfe.
Obermarsberg (1646) — Das bedeutendste Kriegsereignis der Region. Nach kurzer Belagerung wurde die Stadt von schwedisch-hessischen Truppen erobert, geplündert und nahezu vollständig zerstört. Rund 200 Häuser brannten nieder.
Brilon (1632) — Hessische Truppen nahmen die Stadt ein und plünderten sie; in der Umgebung kam es zu kleineren Reitergefechten.
Hallenberg — Die Stadt wurde mehrfach geplündert. Das Niedertor wurde 1634 zerstört, um die Stadt wehrlos zu machen. Bis 1638 war fast die Hälfte der Bürger gestorben.
Medebach — Die Stadt erlitt schwere Schäden durch Brände und Plünderungen; 1636 starb etwa ein Drittel der Einwohner an der Pest.

