Es war kein Labor im modernen Sinn, sondern ein Arbeitsraum zwischen Handwerk und früher Naturwissenschaft, eng verbunden mit der unmittelbaren Produktion im Seilbachtal. Erkenntnisse entstanden nicht durch abstrakte Theorie, sondern durch wiederholtes Ausprobieren. Sein Ansatz war nicht alchemistisch, sondern handwerklich-praktisch, geprägt von Erfahrung, Beobachtung und Experimentieren. Präzise Messgeräte, computergesteuerte Öfen und analytische Verfahren wie Spektroskopie oder Mikroskopie – wie sie in der modernen Metallurgie üblich sind – lagen noch in ferner Zukunft.

Finanziert wurde Beckers Labor vor allem durch Maria von Schildern, eine Frau aus dem westfälischen Landadel, die nicht nur für kirchliche Zwecke stiftete, sondern ausdrücklich auch für Bergwerke – und eben auch für Beckers Laboratorium. Becker selbst plante bei erfolgreichem Betrieb, an der Stelle der Vikarie ein Priesterseminar zu errichten, wozu es jedoch nicht mehr kam – da der erhoffte Erfolg ausblieb.


Quellen:
Wilfried Reininghaus, Reinhard Köhne: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Aschendorff, Münster 2008,  S. 335


Michael Senger: Die Hütten im Seilbachtal. In: Bergbau im Sauerland. Schmallenberg, 1996 S. 219

Das Bild zeigt das „große Sonnenstück“, oben rechts Sundern-Linneperhütte im Seilbachtal, links der Ramberg, Blickrichtung West.
Foto: Petra Klawikowski, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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