Blick auf Grönebach

Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Grönebach ist der nächstgelegene Ort an der Ruhrquelle – gerade einmal 1,8 Kilometer Luftlinie sind es in südlicher Richtung. Doch die Ruhr hat sich als junger Bach dazu entschieden, in westliche Richtung zu fließen. Und so ist Niedersfeld der erste Ort, der an der Ruhr liegt.

Die Grönebacher sind seit jeher stolz auf ihren kleinen „Springebach“, der im Unterlauf Gröne genannt wird und nach 3,6 Kilometern in den Hillebach fließt. Grönebach ist der einzige Ort, den der „grün schimmernde“ – wie „Gröne“ auch gedeutet werden kann – Bach durchfließt. Zudem hat das Dorf – neben dem kurkölnischen Kreuz, das dem Gerichtsschwert zugeordnet ist, und den Gaugrebenschen Pfählen – auch seinen Bach im Wappen.

Das Höhendorf zählt zu den ältesten Kirchspielen des Sauerlandes. 1250 wurde es erstmals erwähnt, doch wahrscheinlich ist es noch wesentlich älter. Auf die sehr frühe Besiedlung weist der Kirchenpatron hin: Lambertus war ein fränkischer Heiliger. Der romanische Wehrturm der Pfarrkirche ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Region.

Doch so reich Grönebach an Geschichte ist, so arm war die Gegend über viele Jahrhunderte. Die Landwirtschaft auf den kargen Höhen des Sauerlandes brachte kaum genug ein, um Familien zu ernähren. Mit der Industrialisierung zog es viele in die Zechen und Fabriken des Ruhrgebiets. Wer blieb, brauchte neben der Feldarbeit oft einen Zusatzverdienst. Und so zogen die Grönebacher Männer vielfach noch vor zwei Generationen als Handelsleute durch halb Deutschland. In ländlichen Regionen gingen sie zu Fuß von Dorf zu Dorf und von Hof zu Hof und verkauften aus ihren Kiepen, Koffern und Rucksäcken heraus Bedarfsgüter wie Kurzwaren, Scheren, Sensen und Bestecke.

Foto: Felix Stember, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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