Vor rund 400 Jahren war das Brotbacken im Sauerland noch echtes Handwerk – geprägt von Erfahrung, Feuer und Geduld. Gebacken wurde meist in gemauerten Holzöfen, die mit Holz befeuert wurden, bis die Steine genügend Hitze gespeichert hatten. Dann zog man die Glut heraus, reinigte den Ofenboden und schob die Brote in die gleichmäßige Restwärme. So entstanden aromatische Krusten und kräftige Brote mit unverwechselbarem Geschmack.

Nicht überall stand ein großer Backofen zur Verfügung. In kleineren Haushalten wurde Brot direkt auf dem Herd gebacken – auf heißen Steinplatten oder unter schweren Eisenhauben, über die glühende Kohlen gelegt wurden. Diese Methode eignete sich besonders für flache Brote aus Roggen- oder Hafermehl.

Noch einfacher war das Backen direkt in der heißen Asche. Der Teig wurde in Tücher oder Blätter gewickelt und unmittelbar in die Glut gelegt. Nach dem Backen klopfte man die Asche ab – ein uraltes Verfahren, das bereits aus vorbäuerlicher Zeit überliefert ist.

Gab es im Dorf ein Gemeinschaftsbackhaus, wurde die Wärme gemeinsam genutzt. Jede Familie brachte ihren vorbereiteten Teig mit, während eine erfahrene Bäckerin oder ein Backmeister den Ofen betreute. Die Brote erhielten Kerben oder Zeichen, damit jeder seinen Laib später wiedererkannte.

Bild: ki-generiert by Microsoft Copilot

Alte Backhäuser sind in vielen Dörfern zu sehen – über das gesamte Sauerland verteilt. So stehen solche Häuser zum Beispiel in Arpe, Frielinghausen, Hallenberg, Hoevel, Holthausen, Obermielinghausen und Voßwinkel. In Meschede gibt es noch das  „Alte Backhaus“, aber Brot wird noch schon lange nicht mehr gebacken. Gelegentlich – bei Stadtfesten und an besonderen Tagen – wird aber in Hallenberg und Obermarsberg der Ofen im Backhaus wieder angefeuert, während das Backhaus auf dem Gutshof in Drüggelte heute als Gästehaus dient.



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