Der Bruch mit seinem bisherigen Leben
1620 trat Christoph von Esleve zum Luthertum über und heiratete Margarethe von Stockhausen. Aus dem Benediktiner und Propst wurde ein braunschweigischer Oberst und „Ritter von Kemnade“. Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig überließ ihm Kemnade als Pfand.
Im Dreißigjährigen Krieg führte Christoph ein Kavallerieregiment. 1632 war er an der Einnahme von Dingelstädt im heutigen Thüringen beteiligt und wurde zum Statthalter des Eichsfeldes ernannt. Bereits ein Jahr später endete diese Tätigkeit nach Konflikten mit seinem Dienstherrn.
Auch um Kemnade wurde gestritten. Corvey beanspruchte den Besitz weiterhin, doch ein Vergleich sicherte Christoph das Gut bis zu seinem Tod. Der Streit um Kemnade wurde später sogar bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden behandelt.
Sieben Kinder – keines überlebte die Eltern
Christoph und seine Frau hatten sieben Kinder. Ihr Familienleben wurde jedoch von schweren Verlusten überschattet: Keines der Kinder überlebte seine Eltern.
1622 starb die kleine Anna Sophia. Für sie befindet sich noch heute ein Grabdenkmal in der ehemaligen Klosterkirche von Kemnade. 1640 starb mit Anna Christophara auch das letzte der sieben Kinder. Christoph und seine Frau ließen daraufhin eine 27‑seitige Trauerschrift verfassen. Sie vermittelt eine Vorstellung davon, wie schwer der Verlust für die Eltern gewesen sein muss.
Von Bremscheid nach Kemnade
Christoph von Esleve starb 1646 in Kemnade und wurde dort in der Klosterkirche bestattet. Seine Verbindung zur sauerländischen Heimat scheint dennoch nicht völlig abgerissen zu sein. Ein Exemplar der 1641 in Rinteln gedruckten Trauerschrift für seine Tochter Anna Christophara blieb im Pfarrarchiv Eslohe erhalten. Der Fund lässt zumindest vermuten, dass Christoph auch nach seinem Übertritt zum Protestantismus noch Beziehungen in seine alte Heimat unterhielt.
Sein Lebensweg hatte ihn weit von Bremscheid fortgeführt: Aus dem Sohn einer sauerländischen Adelsfamilie war zunächst ein Benediktiner und Propst, dann ein protestantischer Familienvater, Ritter und Oberst im Dreißigjährigen Krieg geworden.
Begonnen hatte dieser ungewöhnliche Weg am Rittergut seiner Familie in Bremscheid – unmittelbar am Esselbach.

Die Hofkapelle von Bremscheid
Zum Rittergut gehörte schon im 17. Jahrhundert eine eigene Kapelle. 1647 wurden Kapelle und Altar von Weihbischof Bernhard Frick geweiht. Die heute erhaltene Kapelle entstand jedoch erst 1680. Sie erinnert bis heute an die Zeit des ehemaligen Adelssitzes.
Bild links: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Was wurde aus dem Rittergut Bremscheid?
Das adlige Haus Bremscheid gehörte ursprünglich der Familie von Esleve. Durch Heirat gelangte es zunächst an die Familie von Luerwald und 1687 an die von Bönninghausen. In deren Besitz blieb Bremscheid bis ins frühe 19. Jahrhundert. Danach erwarb Rentmeister Ernst Wrede das Gut, ließ den Besitz parzellieren und verkaufte die Grundstücke weiter. Auf diese Weise entstand nach und nach die Ansiedlung zwischen Bremscheid und Hengsbeck.
Von dem ehemaligen Rittergut sind noch Spuren erhalten. Teile des alten Gutshauses beziehungsweise seiner Kellergewölbe sowie die ehemalige Gutskapelle erinnern bis heute an die Geschichte des Adelssitzes.
Quellen und Literatur:
Wilhelm Feldmann: Die von Eslevens und die Volmars. Alte Höfe in „Overen-Bremschedt“. Teil II: Das Rittergut von Esleve in Ober-Bremscheid.
Magdalena Padberg: Ein außergewöhnlicher Hexenprozeß. Von Esleve contra Volmers/Hoberg. Arnsberg 1987.
Albert K. Hömberg: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen und ihre Besitzer.
K. Steinacker: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Holzminden. Wolfenbüttel 1907.

