Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Die Ruine der Burg Rappelstein, ursprünglich „Burg Norderna oder Burg Nordena“ genannt, liegt im Schmallenberger Ortsteil Nordenau. Sie wurde um 1260 als Sitz der Edelherren von Grafschaft erbaut und diente dem Schutz einer wichtigen mittelalterlichen Handels- und Heerstraße, die von Köln über Kassel bis nach Leipzig führte.
Auf der Burg war auch ein Femegericht angesiedelt – ein mittelalterliches Strafgericht, das über schwere Vergehen urteilte. Ab dem 14. Jahrhundert führten Machtkämpfe zwischen den Grafen von Waldeck und dem Erzbischof von Köln dazu, dass die Burg verfiel.
Trotz ihres ruinösen Zustands lässt sich die Anlage gut rekonstruieren: Die Mauern waren bis zu 2,5 Meter dick, ein Hinweis auf ein stattliches Bauwerk. Das Wohngeschoss befand sich im dritten Stock, und es gibt Hinweise auf weitere Etagen darüber.

Der ursprüngliche Name „Burg Nordena“ leitet sich vom altnordischen Wort „noro“ für „Norden“ ab. Der heutige Name „Rappelstein“ bezieht sich auf den Felsen, auf dem die Burg steht. „Rappel“ könnte sich auf Rabenvögel beziehen, die dort nisteten – oder volksetymologisch auf das Geräusch herabfallender Steine. Eine eindeutige Erklärung gibt es nicht.
Heute befindet sich auf dem Burggelände eine Aussichtsplattform mit weitem Blick über Nordenau, das Nesselbachtal und das „Land der tausend Berge“. Bis etwa 1900 nutzten die Nordenauer die Ruine als praktische Quelle für Baumaterial. Erste archäologische Grabungen legten die gewaltigen Mauern frei.

