Der Boden vergisst nicht – er schreibt seine Geschichte in die Felder
Doch etwas anderes wurde entdeckt – und zwar nicht bei Grabungsarbeiten, sondern durch die sogenannte Luftarchäologie. Im Jahr 1987 wurde südlich des ehemaligen Burggeländes und etwa zwei Kilometer südwestlich von Rösenbeck, ein sogenanntes negatives „Bewuchsmerkmal“ aufgenommen, das eindeutig archäologischen Charakter besitzt. Aus der Luft zeigte sich ein längsrechteckiger Grundriss mit einem kleinen rechteckigen Anbau. Eine helle Spur durchzieht ihn von Südwest nach Nordost und deutet vermutlich auf einen später angelegten Weg hin.

Doch etwas anderes wurde entdeckt – und zwar nicht bei Grabungsarbeiten, sondern durch die sogenannte Luftarchäologie. Im Jahr 1987 wurde südlich des ehemaligen Burggeländes und etwa zwei Kilometer südwestlich von Rösenbeck, ein sogenanntes negatives „Bewuchsmerkmal“ aufgenommen, das eindeutig archäologischen Charakter besitzt. Aus der Luft zeigte sich ein längsrechteckiger Grundriss mit einem kleinen rechteckigen Anbau. Eine helle Spur durchzieht ihn von Südwest nach Nordost und deutet vermutlich auf einen später angelegten Weg hin.

Die Luftarchäologie macht es sich zunutze, dass Pflanzen auf das reagieren, was unter ihnen liegt. Über alten Mauern wächst das Getreide schlechter und bleibt heller, über verfüllten Gräben wächst es kräftiger und dunkler. So entstehen Muster – rechteckig, linienförmig oder manchmal auch kreisartig –, die erst aus der Höhe sichtbar werden. Es sind keine geheimnisvollen „Kornkreise“, sondern gewachsene Bilder der Vergangenheit, die der Boden bis heute bewahrt hat.

Schon 1987 vermuteten die Archäologen aufgrund der typischen Ost-West-Ausrichtung, dass es sich um einen Sakralbau handle. Bei geophysikalischen und archäologischen Untersuchungen in den Jahren 2003 und 2004 mit dem Fund der Überreste einer Saalkirche und einer gemauerten Grablege im Innenbereich konnte dies auch belegt werden. Es wird angenommen, dass die Kirche Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet und bereits Ende dieses Jahrhunderts – unfreiwillig – aufgegeben oder zerstört wurde. Die Wissenschaftler gehen von einer Nutzung als  Eigen- oder Privatkirche aus. Dafür sprechen vor allem der Befund einer Innenbestattung mit Münzbeigabe sowie der topografische Bezug der Kirche zu der oberhalb gelegenen Burganlage. Schriftliche Hinweise auf eine Kirche wurden bisher allerdings nicht gefunden.

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