Der Widerstand der Frauen von Bontkirchen
Im Zuge der Reformation, die in der Grafschaft Waldeck ab 1542 eingeführt wurde, geriet auch das Kirchspiel Heringhausen unter evangelischen Einfluss. Bontkirchen war kirchlich dorthin orientiert, blieb jedoch katholisch. Nach örtlicher Überlieferung, die in der Dorfchronik von Bontkirchen festgehalten ist, soll insbesondere der Widerstand der Frauen dazu beigetragen haben, dass sich die Reformation im Ort nicht durchsetzte.
Der Überlieferung nach versammelten die Frauen sich geschlossen in der Kirche, beteten laut den Rosenkranz und übertönten so die Prediger. Ihrem Widerstand wird zugeschrieben, dass Bontkirchen katholisch blieb. Als Zeichen dieser „Rettung des Glaubens“ nahmen fortan die Frauen die Kirchenbänke auf der rechten Seite ein, während die Männer auf der linken Seite Platz fanden.
Es sieht also ganz danach aus, als wenn es in Bontkirchen nicht nur streiterprobte Männer gab, sondern auch Frauen, die sich wehren konnten.
Quelle: www.mein-bontkirchen.de
Sprachforscher deuten den Namen, der erstmals 1276 als Bobbenkeriken urkundlich erscheint, als Kirche des Bobo. Und dieser Personenname kann mit „Spitzbube’ bzw. Bube/Knabe gedeutet werden.
Im Buch des Heimatforschers Franz Josef Lahme über die Familie Köchling ist zu lesen, dass die Bontkirchener Hütte unter anderem Kanonen für die Niederländer ihrem Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien produzierte. Diese wurden über die Weser bis nach Amsterdam verschifft.
Die spätmittelalterliche Wüstungsperiode war eine Zeit, in der viele Dörfer (auch Bontkirchen) im Raum Brilon wüst fielen. Die Pest, wirtschaftlicher Probleme und damit einhergehende Hungersnöte waren die Ursachen. 1497 wurde Bontkirchen wiederbesiedelt.

