Die Familie Knoche – 140 Jahre Rimberger Geschichte
1874 begann eine Familiengeschichte, die den Rimberg über mehr als ein Jahrhundert prägen sollte. In diesem Jahr kam Franz Joseph Knoche auf die Höhe.
Er war 1833 in Sellmecke geboren worden und hatte 1861 Anna Maria Catharina Hillebrand aus Bödefeld geheiratet. Knoche war bereits als Gastwirt tätig – er brachte also Erfahrung mit, als er auf den Rimberg kam.

Auch anhand der Kirchenbücher lässt sich der Wechsel der Familie gut nachvollziehen. Die älteren Kinder wurden noch in Kirchrarbach getauft, zuletzt Sohn Anton im Jahr 1872. Die jüngste Tochter Elisabeth wurde dagegen 1874 bereits in Bödefeld, der für Rimberg zuständigen Pfarrkirche, getauft.
Um 1900 war bereits die nächste Generation herangewachsen. Der 1865 geborene Sohn Franz Joseph Knoche wurde ebenfalls Gastwirt. 1896 heiratete er Maria Nöcker – auch sie stammte aus einer Gastwirtsfamilie. Im Jahr 1900 wurde ihr Sohn Egon auf dem Rimberg geboren.
Damit waren um die Jahrhundertwende bereits drei Generationen der Familie mit dem Rimberg verbunden. Die Familie Knoche blieb dem Ort außergewöhnlich lange treu: Von 1874 bis 2014 – insgesamt 140 Jahre – befand sich der Betrieb, das spätere Hotel Knoche, in Familienhand.
Eine Telegraphenhilfsstelle auf der Höhe
Besonders bemerkenswert ist eine Einrichtung, die man an einem so abgelegenen Ort kaum erwarten würde: Mindestens von 1889 bis 1927 lässt sich auf dem Rimberg eine Telegraphen- beziehungsweise Post- und Telegraphenhilfsstelle nachweisen.
Damit erhielt die kleine Ansiedlung bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert Anschluss an eine Technik, die die Nachrichtenübermittlung grundlegend verändert hatte. Solche Hilfsstellen ermöglichten es, auch kleinere und abgelegene Orte an das Telegraphennetz anzubinden, ohne dort eine vollwertige Telegraphenanstalt einrichten zu müssen.
So war aus dem einsamen Hof auf der Höhe innerhalb von nicht einmal drei Jahrzehnten ein Ort geworden, an dem Reisende einkehren und Nachrichten ihren Weg in die Ferne nehmen konnten.
Woher der alte Name „Rimberg“ stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Vergleichbare Bergnamen werden mitunter mit „ringsum“ oder „rundherum“ in Verbindung gebracht und als Hinweis auf einen Berg mit weitem Rundblick gedeutet. Ob diese Erklärung auch für den Sauerländer Rimberg zutrifft, lässt sich bislang jedoch nicht belegen.
Vertellekes vom Rimberg
In den Erinnerungen „Stammtisch vor 60 Jahren“ ist eine kleine Geschichte vom Rimberg überliefert:
„Da war auf dem Rimberg der Feldmann, der Kerl war immer besoffen. Der kam auch mal in die Wirtschaft, als er wieder so schwer geladen hatte als gewöhnlich. Als sie ihn rausweisen wollten, wurde er giftig und sagte: ‚Wenn wir Leute uns einmal einen nehmen, dann heißt es, wir wären besoffen, aber wenn die Herren sich mal einen kaufen, dann sagen sie, sie wären angeheitert.‘
Da sagte Beckers Wilhelm: ‚Gebt dem Kauwes[2] noch einen Großen.‘ Sie verstanden Spaß und waren keine Spaßverderber.“
Quelle: http://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2088.pdf
[1] Damals verkauften Johann Jürgen Hömberg, Bürger zu Fredeburg, und seine Frau Katharina dem Dietrich Ratte ein Stück Land „am Rimberg“.
[2] Kauwes = plattdeutsch für alter Kauz

