Text: Sabina Butz

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Im Sauerland gibt es viele bemerkenswerte Orte, die auf eine spannende Geschichte zurückblicken können: Zum Beispiel Freienohl, in der Vergangenheit als Luftkurort vielen Menschen bekannt. Auch passionierte Segler dürften mit Freienohl die Dehlerwerft verbinden, die bundesweit sehr geschätzt war. Die ältere Geschichte ist noch spannender:

Freienohl, heute ein Stadtteil von Meschede, liegt im oberen Ruhrtal am Südhang des Arnsberger Waldes. Bis zur Eingliederung nach Meschede 1975 trug es den Title „Freiheit“. Freiheit bezeichnet die stadtähnlichen Rechte einer Minderstadt. Diese Rechte einer Freiheit wurden in Westfalen und im bergischen Land verliehen. Mit dem Titel „Freiheit“ war das Privileg des Marktrechts verbunden sowie einen Magistrat und Bürgermeister zu wählen und den Ort selbst zu verwalten. Dieses Privileg endete 1803, der Name blieb aber erhalten. Städte wie Altena, Meschede, Sundern, Freudenberg, Hüsten und Freienohl hatten die Rechte einer Freiheit.

Über die Anfänge der Besiedlung des späteren Freienohls haben wir keine belegbaren Nachweise. Die Gegend war wohl schon seit dem 6. Jh. v. Chr. G. besiedelt, wie eine Wallburg (Schiedlike Borg) nahelegt. 1272 wurde Freienohl erstmalig urkundlich erwähnt. Ab dem 14. Jh. wissen wir mehr: Freienohl war Teil der Grafschaft Arnsberg. Die Freienohler halfen Graf Gottfried IV. von Arnsberg im Kampf gegen Winterberg, woraufhin er ihnen als Dank 1364 die Freiheit nach Lippstädter Recht verlieh.

Im 15. Jh. gehört Freienohl als Beistadt von Arnsberg, Soest zugeordnet, als Hansestadt des dritten Ranges zur Hanse. Nach diesem Aufstieg im 15. Jh. folgten verheerende Rückschläge durch Pest und Feuersbrünste.

Foto oben: Franz-Josef Molitor, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

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