Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Auf vielen Sauerländer Bauernhöfen gehörte früher ein eigenes Backhaus selbstverständlich zum Alltag. Dort wurde in regelmäßigen Abständen Brot für die ganze Familie gebacken. Wer keinen eigenen Ofen besaß, brachte sein Mehl zum Dorfbäcker, der daraus gegen ein kleines Entgelt frische, duftende Laibe herstellte. Das Mehl stammte meist aus den umliegenden Mühlen und wurde aus den Getreidesorten gemahlen, die auf den heimischen Feldern wuchsen: Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer. Diese robusten Körner prägten den kräftigen, herzhaften Geschmack des Sauerländer Brotes, das lange haltbar und besonders nahrhaft war. Weizen hingegen war selten und blieb vor allem den wärmeren Regionen am Rhein sowie dem Adel und den Klöstern vorbehalten.

Der Beruf des Bäckers ist im Gebiet des heutigen Deutschlands bereits seit der Zeit Karls des Großen (768–814) belegt. Zunächst arbeiteten vor allem Leibeigene an Fronöfen oder Klosterknechte in den Backhäusern der Klöster. Mit dem Wachstum der Städte entwickelte sich daraus ab dem 10. Jahrhundert ein freies und angesehenes Handwerk.

Die Bäcker wurden damals häufig „Beck“ – eine Kurzform von Bäcker – oder „Pfister“, abgeleitet vom lateinischen pistor, genannt. Eigene Backöfen waren lange Zeit eine Seltenheit. Viele Handwerker nutzten daher die gemeinschaftlichen Öfen der Städte und Dörfer, in denen sie sich beim Backen abwechselten.

Von dort gelangten die frisch gebackenen Brote auf die Märkte der Umgebung. Mehrmals pro Woche wurden sie mit Pferdewagen in die umliegenden Orte gebracht, und schon von weitem zog der Duft des frischen Brotes durch die Straßen und Gassen.

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