Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Am Brenscheder Brunnen, tief in der Waldeinsamkeit der Homert gelegen, ist bereits früh von einer „fons medicinalis“, einer Heilquelle, die Rede. Auf Karten des 17. und 18. Jahrhunderts findet sich diese Bezeichnung wieder. Der Überlieferung nach soll ein Hirte seine Sehkraft wiedererlangt haben, nachdem er seine Augen mit dem Wasser benetzt hatte. Ob Legende oder nicht – die Quelle galt als heilkräftig, und schon früh suchten Menschen diesen Ort auf, um das Wasser zu trinken oder darin zu baden.
An diesem Ort ließ sich im Jahr 1705 Johannes Fölling aus Werl nieder, ein Tertiarierbruder[1] vermutlich aus dem Werler Kapuzinerkloster. Mit Zustimmung der Endorfer Markberechtigten errichtete er an der Quelle eine Einsiedelei. Einige Jahre später schloss sich ihm Anton Tripmann aus Attendorn an, ein Tertiarierbruder des Franziskanerordens. Gemeinsam errichteten sie ein festes Haus und kümmerten sich um die Menschen, die zur Quelle kamen.
Mit dem Bau eines Badehauses im Jahr 1721 erhielt der bis dahin eher einfache Badebetrieb eine feste Struktur. Die Gäste konnten nun länger verweilen und gezielt Kuren durchführen. Das mineralhaltige Wasser mit seinem charakteristischen Geschmack und Geruch wurde nicht nur getrunken, sondern auch zum Baden und für Waschungen verwendet – insbesondere bei Augen- und Hautleiden.
Ein Aufenthalt im Kloster Brunnen unterschied sich deutlich von dem in anderen Kurorten. Während sich etwa Bad Pyrmont im 18. Jahrhundert zu einem mondänen Weltbad mit vielfältigen Vergnügungsangeboten und internationalen Gästen entwickelte, blieb der Badebetrieb im Sauerland bewusst schlicht. Stille, Abgeschiedenheit und Besinnung prägten den Aufenthalt der Besucher.

