Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Ein Bericht über den Bergbau in Bönkhausen und dann das Foto eines idyllischen, kleinen Sees mag im ersten Moment verwundern. Doch der Bergbau hat auch in der Landschaft deutliche Spuren hinterlassen hat – Spuren, die man nicht auf den ersten Blick sieht. So wie beim Bönkhauser See. Seine Entstehung geht vermutlich auf bergbauliche Eingriffe zurück.

Solche Gewässer bildeten sich häufig durch geflutete Abbau- oder Senkungsbereiche oder wurden gezielt angestaut – etwa für Hammerwerke, Mühlen oder zur Regulierung von Wasserläufen. Sie waren funktionale Bestandteile der vorindustriellen Wirtschaftslandschaft und prägen bis heute das Erscheinungsbild mancher Regionen.

Der Ort Bönkhausen

Bönkhausen ist ein kleiner Ort mit weniger als dreißig Einwohnern. Vier der sieben Häuser sind Bauernhöfe. Diese bäuerliche Struktur prägte und prägt das Dorf schon seit Jahrhunderten. Wahrscheinlich entstand Bönkhausen im Hochmittelalter.

Doch die Geschichte des Ortes ist nicht nur landwirtschaftlich bestimmt. Bönkhausen liegt in einem alten Silber-, Blei- und Eisenerzrevier. Der Bergbau lässt sich urkundlich bis in die Jahre 1450 beziehungsweise 1348 zurückverfolgen; ein noch früherer Abbau gilt als wahrscheinlich. Das Erz wurde in kleinen Gruben gefördert, vor Ort verhüttet oder weitertransportiert.

Besonders das Bleierz spielte hier – wie auch im benachbarten Endorf – eine bedeutende Rolle. Blei fand vielfältige Verwendung, etwa im Bauwesen oder für liturgische Geräte. Dass der Bergbau nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Spuren hinterließ, zeigt ein außergewöhnliches Zeugnis: das Hellefelder Taufbecken.

Seiten: 1 2 3