Text und Fotos: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Die Antoniuseiche in Kirchilpe ist ein beeindruckendes Natur- und Kulturerbe im Schmallenberger Sauerland, das Geschichte, Natur und regionale Traditionen auf einzigartige Weise verbindet.

Kirchilpe, ein kleiner Ortsteil von Schmallenberg mit etwa 30–40 Einwohnern, kann seine Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Der ursprüngliche Name „Yfelpe“ deutet auf einen Kirchort hin. Ein tausendjähriger Taufstein, heute in der St.-Hubertus-Kirche in Dorlar zu finden, lässt sogar eine noch frühere Besiedlung vermuten.

Etwa 500 Meter südwestlich des Dorfes, direkt an der Straße nach Altenilpe, steht auf der linken Seite ein Naturwunder: eine uralte Stieleiche (Quercus robur) mit ausgebranntem, völlig hohlem Inneren. Auf der Rückseite befindet sich ein Spalt, durch den ein erwachsener Mensch in den Baum gelangen kann.

Die Maße dieser Eiche sind beeindruckend: Der Stammumfang beträgt rund 6,50 Meter, die Höhe etwa 20 Meter, und der Kronendurchmesser liegt bei rund 18 Metern. Das Alter wird von Einheimischen gern mit 1.000 Jahren angegeben. Da das Innere des Baumes nicht mehr erhalten ist, lässt sich das Alter dendrologisch (also durch Baumkunde) nicht exakt bestimmen. Baumkundler schätzen es auf 300 bis 400 Jahre.

Es existieren keine gesicherten Hinweise darauf, wann und warum die Eiche ausgehöhlt wurde. Um 1900 soll lediglich eine kleine Aushöhlung am Stamm vorhanden gewesen sein. Eine Straßenverlegung, ein Feuer oder ein Blitzschlag könnten die Ursache gewesen sein. Im Jahr 1960 wurde der Innenraum mit sechs Kubikmetern Spezialbeton verfüllt – ein Versuch, der sich als wirkungslos erwies und später rückgängig gemacht wurde. Seitdem erholt sich der Baum sichtbar: Der hohle Kern bleibt bestehen, doch die Rinde wächst langsam wieder zusammen.


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