Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Altenhellefeld wird erstmals am 1. Mai 1236 urkundlich erwähnt, als Graf Gottfried III. von Arnsberg dem Kloster Rumbeck den Zehnten des Ortes überließ. Über Jahrhunderte blieb das Dorf eine bäuerlich geprägte Siedlung mit rund 25 Höfen und Beiliegerhäusern. An der Ortsstruktur änderte sich dabei kaum etwas: Bereits das Urkataster von 1829 zeigt im Wesentlichen den Zustand des 15. Jahrhunderts, der bis heute gut erkennbar ist.

In der Dorfchronik Altenhellefeld wird vermerkt, dass der Junkernhof (Funke) der wohl älteste Hof in Altenhellefeld war. Schon 1314 wird er in einem Güterverzeichnis des Stiftes Meschede als Hinterlehen genannt, das zum Schultenhof in Endorf gehörte.

Balkeninschriften
Ein genauerer Blick auf einige dieser Höfe lohnt sich. Vieles erschließt sich bereits von außen, insbesondere durch die Balkeninschriften, die sich meist im Giebelbereich der Wohnhäuser befinden. In die Balken wurden Baujahr und Bauherr eingeschnitzt, fast immer begleitet von einem frommen Spruch – so etwa bei den Höfen Haarmann, Remme und Grote. Beim Böhmer-Hof steht dort zusätzlich der Satz: „Friede den Eintretenden, Heil den Hinausgehenden.“

Mitunter geben die Inschriften jedoch auch Einblicke in das Leben der Hoferbauer. Ein Beispiel ist der Wiesenhof, den Moritz Wiese und Anna Catharina Bormann errichten ließen. Auf dem oberen Giebelbalken sind die Namen der als „ehrsamen“ bezeichneten Eheleute zu lesen. Eine weitere Giebelschwelle bringt sinngemäß zum Ausdruck, dass das Haus im Vertrauen auf Gott erbaut wurde. Zum Schmunzeln regt der Spruch auf der unteren Schwelle an, der die Freude am Bauen mit den hohen Kosten kontrastiert. Wörtlich heißt es: „Was es kost, das habe ich nicht gewusst. Hätten sie mir das vorher gesagt, so hätte ich mich nah anders bedacht.“

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