Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Brabecke, ein Ortsteil von Schmallenberg mit etwa 200 Einwohnern, blickt auf eine lange Geschichte zurück: Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1203 und nennt gleich drei Ritter, die damals das Sagen in Brabecke hatten. Zwei von ihnen, Albert und Leonius von Brabecke, dürften dort auch gewohnt haben. Der dritte, Herbold von Meschede, hatte zwar Besitz und Einfluss in Brabecke, seinen ständigen Wohnsitz aber vermutlich in Meschede.

Im Sauerland waren im Mittelalter Ritter häufig anzutreffen; über hundert Burgen und Rittergüter lassen sich nachweisen. Heute erscheint uns die Welt der Ritter oft romantisiert oder als Sinnbild willkürlicher Macht (Raubritter). Insgesamt wirkt die damalige Gesellschaftsordnung auf uns eher verworren und kompliziert.

Die mittelalterliche Ständeordnung gliederte sich in drei Gruppen:

  • Klerus (Papst, Bischöfe, Pfarrer),
  • Adel – hoher Adel (Könige, Kurfürsten, Grafen, Herzöge, Fürsten) und niederer Adel (Ritter, Edelknechte),
  • das Volk (Bauern, Handwerker, Tagelöhner).

Adelig war man durch Geburt. Ritter hingegen wurden „gemacht“ – durch den Ritterschlag. Im 11. Jahrhundert konnten zunächst nur adlige Grundherren Ritter werden, später auch Ministeriale (Hofbeamte). Schließlich durften nur noch Söhne von Rittern selbst Ritter werden.

Die Ausbildung begann früh: Mit sieben Jahren wurden Jungen als Pagen auf einen fremden Hof geschickt. Dort lernten sie Reiten, Armbrustschießen, den Umgang mit Schwert, Lanze und Schild, höfische Sitten und sogar das Lyra-Spiel.

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