Text: Sabina Butz

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Altenfeld, ein Ortsteil der Stadt Winterberg mit knapp 200 Einwohnern, erweckt im Sommer wie im Winter den Eindruck einer Landidylle, die Ruhe und Entspannung verspricht. Für regionalgeschichtlich interessierte Besucher ist Altenfeld jedoch mehr als das: ein Ort mit ungewöhnlich langer und faszinierender Geschichte.

Spuren einer eisenzeitlichen Siedlung, darüber ein mittelalterlicher Hof und später ein verschwundenes Dorf – erst danach trägt der Ort den Namen Altenfeld.

Beginnen wir mit den ältesten Belegen: 2014 fand die LWL-Archäologie am heutigen Altenfeld Hinweise auf die Existenz eines Gehöfts aus der Eisenzeit (1200 bis 550 v. Chr.). Es gehört zu den frühesten Funden im Sauerland und weist eine echte Siedlungsstruktur auf, wie man sie zuvor in dieser Höhenlage nicht vermutet hatte.

Der nächste Beleg für das heutige Altenfeld findet sich um 1300 in einem kirchlichen Abgabenverzeichnis, das den Ort als „Merklinghausen“ bezeichnet. Der Name könnte „Haus des Merkilo“ bedeuten. Viel wissen wir nicht, nur dass Merklinghausen bereits 1446 zur Wüstung geworden war. Die Gründe für die Aufgabe des Dorfes könnten Seuchen, eine Klimakrise, wirtschaftlicher Niedergang oder eine Verlagerung der Verkehrswege gewesen sein.

Im 16. bis 18. Jahrhundert taucht die Wüstung dann unter dem Namen „Niege Dorf“ auf. Niege kann sowohl „niedrig“ als auch „neu“ bedeuten. Wahrscheinlicher ist jedoch die Interpretation „Neues Dorf“.

Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich der Name „Altenfeld“ durch. Er bezieht sich auf ein „altes Feld“ und weist damit darauf hin, dass es hier früher bereits Rodungsflächen oder Siedlungsstellen gab.

Damit ist der historische Kurzabriss eines Dorfes erklärt, das über ein eisenzeitliches Gehöft, ein verschwundenes Dorf und einen mittelalterlichen Hof verfügt – ein Ort, der immer wieder neu begonnen hat.

Foto: Venetianer, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Altenfeld hat jedoch noch mehr zu bieten: etwa die Kapelle St. Antonius. Sie wurde 1716 als Filialkirche der Pfarrei Winterberg errichtet und ersetzte vermutlich einen älteren Vorgängerbau, möglicherweise aus dem 15. Jahrhundert. Der Barockaltar mit einer Antonius-Statue ist bis heute erhalten.

Foto ganz oben: Michael Köhler, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons