Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Züschen, ein Ortsteil von Winterberg im Hochsauerland, liegt im Flusstal der Nuhne. Deren Quellflüsse – Sonneborn und Ahre – sind auch für den Ortsnamen verantwortlich: Er gilt als Abwandlung des alt- bzw. mitteldeutschen Wortes „zwischen“, ergänzt um den Hinweis „zwischen den Quellflüssen“. Darüber herrscht in der Geschichtsforschung weitgehend Einigkeit. Alles andere – wer, wo, wann und was in Züschen geschah – gleicht eher einem Indizienverfahren, denn historische Belege sind selten.
Züschen wird 1243 erstmals urkundlich erwähnt; seine Gründung wird jedoch bereits im 8.–9. Jahrhundert vermutet. Diese frühe Datierung passt gut in die Entwicklung des Sauerlandes im Frühmittelalter: Im 8. und 9. Jahrhundert erfolgte die Integration in das Frankenreich, die Bistümer Köln und Paderborn weiteten ihren Einfluss aus, Rodungs- und Erschließungsphasen sind für die Region belegt, und Züschen liegt an einem früh genutzten Verkehrsweg zwischen dem Ederbergland und dem Sauerland.
1280 erscheint Züschen als Tuschena in einer Urkunde des Markenverbands Winterberg. Markenverband, Markgenossenschaft oder Allmende sind eng verwandte Begriffe für gemeinschaftlich genutztes Eigentum eines Dorfes – etwa Weideland, Wald oder Ödland. In Züschen bestand im 13. Jahrhundert offenbar eine solche Struktur, die der Versorgung und Sicherheit der Bewohner diente.
Zwischen 1353 und 1574 bestand die Freigrafschaft Züschenau. Eine Freigrafschaft verfügte über eigene Gerichtsbarkeit sowie besondere Rechte und Pflichten, oft in Bindung an Landesherren oder Kirche. Das Gericht unter Vorsitz des Freigrafen tagte am Freistuhl Siebenahorn.

