Haus Pape in Eslohe, Foto: Georg Hennecke
Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Joseph Pape wurde am 4. April 1831, einem Ostertag, im sauerländischen Eslohe geboren. Die Landschaft seiner Heimat prägte sein Empfinden und sein späteres dichterisches Werk nachhaltig. Sein Vater, Franz Ferdinand Pape, Landwirt und Verwalter der kirchlichen Finanzen in Eslohe, starb bereits ein halbes Jahr nach seiner Geburt. So wuchs Joseph als einziges Kind allein mit seiner Mutter Anna Maria Katharina Agatha Pape, geborene Simon aus Allendorf, auf.

Mutter und Sohn fanden Aufnahme im Haushalt des Esloher Pfarrers Cramer, eines Onkels, bei dem die Mutter schon vor ihrer Ehe gedient hatte. Doch auch dieser starb früh, sodass die beiden 1841 zu einem weiteren Verwandten, Pastor Brüggemann in Hellefeld, zogen. Die Jahre im Pfarrhaus wurden für Pape prägend: Zahlreiche überlieferte Anekdoten bezeugen die Mischung aus ländlicher Schlichtheit und kulturellem Interesse, die seine Persönlichkeit formte.

Joseph war hochbegabt, wenn auch völlig unmusikalisch; geplante Orgelstunden blieben folgenlos. Seine Mutter hingegen besaß eine ausgeprägte literarische Ader und trug ihm häufig Schillers Balladen vor, die ihn tief beeindruckten. Als der Malerpoet Heinrich Franz Gaudenz von Rustige in Eslohe arbeitete und im Pfarrhaus seine Gedichte vorlas, weckte er zusätzlich Papes Sinn für Poesie und künstlerische Phantasie. Gleichzeitig trat der Junge früh in Kontakt mit religiöser Literatur, besonders mit der Apokalypse des Johannes, die für sein späteres Werk von zentraler Bedeutung wurde.

Die Mutter erkrankte schwer an Gicht, die über vierzehn Jahre hinweg zur vollständigen Lähmung führte. Dennoch erlebte sie, wie Joseph das Gymnasium Laurentianum in Arnsberg besuchte und mit Auszeichnung die Reifeprüfung ablegte. Bereits in diesen Jahren begann er ernsthaft zu dichten.

Dank der Erträge des elterlichen Hofes konnte Pape Rechtswissenschaften studieren – zunächst in München, dann in Tübingen und schließlich in Berlin. Nach dem Studium heiratete er 1861 seine langjährige Verlobte Josephine Boese aus Altenhellefeld und ließ sich in Hilchenbach als Rechtsanwalt und Notar nieder. Da Hilchenbach keine katholische Gemeinde besaß, zog die Familie 1866 nach Büren bei Paderborn. Dort wirkte Pape am Amtsgericht, wurde zum Justizrat ernannt und lebte dort bis zu seinem Tode im Jahre 1898.

Bild: X. A. von A. Probst, Public domain, via Wikimedia Commons

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