Ein Haus voller Kinder
Wie das Leben auf Haus Wenne mit so vielen Kindern aussah, wissen wir nicht. Die Kirchenbücher nennen Namen und Daten, erzählen aber kaum etwas vom Alltag. Dennoch lässt sich erahnen, wie lange Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichzeitig zum Haushalt gehört haben könnten.
Als das jüngste Kind 1717 geboren wurde, war die älteste Tochter bereits 24 Jahre alt. Zwischen ihnen lagen dreizehn weitere Geschwister.
Ein solcher Haushalt bestand jedoch nicht nur aus Eltern und Kindern. Zu einem adeligen Haus gehörten Bedienstete, Knechte, Mägde und weitere Personen, die für Landwirtschaft und Haushalt zuständig waren. Die Lebensumstände unterschieden sich damit deutlich von denen einer bäuerlichen Familie mit ähnlich vielen Kindern.
Fast ebenso viele Kinder hatte eine Familie aus Bremscheid. Dort waren die gesellschaftlichen Verhältnisse etwas anders: Anna Maria Luise stammte aus dem alten westfälischen Adelsgeschlecht von Esleben, ihr Mann Anton Hermann Böhmer dagegen aus einer Hofbesitzerfamilie in Bremscheid. Für das Paar sind 14 Kinder nachweisbar.
Reicher Kindersegen
Fünfzehn Kinder waren selbst im Adel eine bemerkenswert große Zahl. Ein Rekord waren sie allerdings nicht: Aus der Ehe des Grafen Frans Arnold von Hoensbroeck (heute Limburg/Niederlande) mit Anna Catharina Sophia von Schönborn (Rheinlandpfalz) gingen im 18. Jahrhundert sogar 25 Kinder hervor.
Als kinderreichste historisch überlieferte Mutter im Gebiet des heutigen Deutschland gilt Barbara Stratzmann aus Bönnigheim (Baden-Württemberg), die im 15. Jahrhundert 53 Kinder geboren haben soll, darunter einige Mehrlingsgeburten.

