Fotos: Georg Hennecke
Text: Christel Zidi

Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Der Anblick der Eversberger Burgruine fasziniert jeden, der bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang die A46 zwischen Meschede und Bestwig befährt. Am liebsten würde man anhalten, eine Parkbucht suchen und für ein paar Minuten innehalten, um diesen Ausblick zu genießen. Zur Weihnachtszeit, wenn über der Ruine der beleuchtete fünfzackige Stern prangt, stellt sich dazu schnell das Gefühl von „driving home for Christmas“ ein.

Jahrhundertelang thronte die mittelalterliche Höhenburg hoch über dem oberen Ruhrtal, mit einem imposanten Turm, der die Region bewachte. Ihre Lage auf 453 Metern Höhe war für diese Aufgabe ideal. Wie eindrucksvoll muss die Eversberger Burg in ihrer Blütezeit gewirkt haben – eine befestigte Höhenburg, umgeben von mehreren Ringmauern.

Die Burg wurde vermutlich zwischen 1093 und 1124 errichtet. Zwar ist es nicht eindeutig belegt, doch gilt es als wahrscheinlich, dass Graf Eberhard von Arnsberg der Erbauer war. Das Grafengeschlecht der Arnsberger gehörte zu den mächtigsten Adelsfamilien Westfalens und besaß weitläufige Ländereien. Die Eversberger Burg hatte die Aufgabe, den östlichen Teil der Grafschaft Arnsberg zu sichern und wichtige Handels- und Verbindungswege durch das obere Ruhrtal zu kontrollieren.

Am Fuße der Burg entstand eine kleine befestigte Bergstadt, die bald städteähnliche Privilegien wie Marktrecht, Freiheitsrechte und ein eigenes Gericht erhielt. Die Grafen von Arnsberg ließen den Ort mit einer Stadtmauer und Torbefestigungen versehen. Neben den Häusern von Handwerkern und Ackerbürgern wurde auch eine frühere Pfarrkirche errichtet.

Als 1368 der letzte Graf von Arnsberg, Gottfried IV., seine Grafschaft an das Erzbistum Köln verkaufte, fiel auch Eversberg an Köln und blieb dort bis zur Säkularisierung im Jahr 1803, als es an Preußen ging.

Der Ort selbst blieb ein kleines, geordnetes Ackerbürgerstädtchen mit vielen Fachwerkhäusern. Die Burg jedoch erlebte im Laufe des Mittelalters zahlreiche Zerstörungen. Besonders eine Feuersbrunst im Jahr 1235 trug dazu bei, dass die Anlage allmählich verfiel.

Was von der einst stolzen Burg übrig blieb, sind der Stumpf des Bergfrieds und Reste der Ringmauern. Heute führt eine Treppe zu einer hölzernen Aussichtsplattform, die einen atemberaubenden Panoramablick bietet.